Vom Spinnen und Waafen

Seit 1815 Tradition
2. Juli 2019
Brauchtum im Bild festgehalten
2. Juli 2019

„Flachsen, Spinnen, Waafen“, lautet der Titel einer der beiden derzeitigen Ausstellungen im Bauernmuseum Frensdorf. Vom Anbau der Leinpflanze bis hin zur fertigen Tischdecke erzählt die Schau, wie Leinen entsteht. Dabei ist klar: Das meiste davon ist Frauenarbeit. Museumsleiterin Dr. Birgit Jauernig weiß dabei so manches zu berichten: „Zwei Hemden hat eine Person früher im Jahr aufgebraucht. Um den Bedarf Garn dafür zu decken, konnten viele Frauen nur fünf Stunden pro Nacht schlafen, da sie vor dem Zubettgehen noch das Spinnrad bedienen mussten.“

Weil beim Spinnen und dem Weifen, dem Aufrollen von Garn zu einer Spule, traditionell viel geratscht wurde, hat der Begriff des „Waafens“, wie das Weifen umgangssprachlich auch heißt, heute eine Doppelbedeutung.

Viele Spinnräder, Weifen, Tücher und weitere Exponate sind zu sehen, die Geschichte des Spinnens wird eindrücklich erzählt. Auf den ersten Blick das ungewöhnlichste Exponat: Ein herkömmlicher Langlaufski. Denn auch in diesem ist Flachs verbaut.

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