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Mitten in der Austraße, erreichbar über die unscheinbare Hasengasse, verbirgt sich ein echter Geheimtipp: The Bumiller Collection, Universitätsmuseum für Islamische Kunst. Manfred Bumiller, ein Steuerberater und Kunstsammler, hat über 6500 Stücke aus der Frühislamischen Kunst gesammelt. Das meiste davon ist Metallkunst aus der iranischen Welt. Ein Großteil der Sammlung ist im museumseigenen Depot eingelagert. Die schönsten und beeindruckendsten Stücke aber sind in einer sorgsam kuratierten Ausstellung zu bewundern.
Erst gar kein Experte für frühislamische Kunst
„Besonders an Manfred Bumiller ist, dass er zunächst gar kein Experte für frühislamische Kunst war“, berichtet die Kuratorin des Museums Verena Daiber. „Er hat sich sein Sammelgebiet nach kaufmännischen Gesichtspunkten gesucht. Für frühislamische Metallkunst hat sich damals kaum jemand interessiert, die Stücke waren vergleichsweise günstig zu haben.“ Bumiller hat die meisten Stücke im Kunsthandel und auf Auktionen, beispielsweise in London erworben. Im Laufe der Zeit hat er sich dann aber zu einem anerkannten Experten entwickelt.
Die Sammlung hat er an die Bamberger Uni gegeben, weil es dort eine renommierte Orientalistik gab – und gibt. Und in den beiden historischen Gebäuden in der Austraße hat die Sammlung ein würdiges Zuhause. „Es ist eine wirklich große Sammlung. Mit Superlativen soll man vorsichtig sein, aber es ist in jedem Fall weltweit eine der bedeutendsten und größten, eventuell sogar die größte“, so Verena Daiber.
Zu sehen sind viele, viele Gebrauchsgegenstände, Kosmetikmörser, Chirurgische Werkzeuge, Spiegel, Kannen, Steigbügel, aber auch Kunstwerke, Fliesen, Marmorpaneele oder Keramik, vorwiegend aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Angefangen zu sammeln hat Manfred Bumiller im Jahr 1981. Die Metallobjekte stammen aus dem iranischen Raum, dieser umfasst heute Iran, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan und Afghanistan. Eine weitere Besonderheit: „Bumiller hat immer viele Stücke der gleichen Objektgattung gesammelt, also viele Kannen oder viele Spiegel. So kann deren Entwicklung nachverfolgt werden“, erläutert Verena Daiber.
Auch einige zeitgenössische Exponate
Einige wenige zeitgenössische Ausstellungsstücke ergänzen die liebevoll kuratierte Sammlung. „Wir haben die Ausstellung vollkommen neu konzipiert, früher waren hier viel mehr Ausstellungsstücke in den Vitrinen zu sehen“, so Verena Daiber. Die Ausstellung wurde also ausgemistet und ist jetzt sehr ansprechend angeordnet, mit viel Raum für die einzelnen Exponate, und vielen interessanten Beschreibungen. Und wer es noch genauer wissen will, bucht sich einfach eine Führung!
Wo:
Universitätsmuseum für islamische Kunst
Austraße 29
96047 Bamberg
Wann:
Di, Mi, Do: 10-14 Uhr
Sa, So: 10-16 Uhr.
Führungen auf Anfrage. Der Eintritt ist frei.
Text und Pics: Karoline Keßler-Wirth


