
„Die Geschichten finden mich“
17. Juni 2026Technophonic: Wenn der Konzertsaal beinahe zum Club wird
Bamberg So sphärisch klangen die Bamberger Symphoniker noch nie: Mit Technophonic haben der Dirigent und Keyboarder Dzijan Emin und der Pianist und Keyboarder Francesco Tristano die Bamberger Symphoniker und das Publikum ordentlich aufgemischt. „Am Anfang steht der Herzschlag“, sagt Francesco Tristano, der auch gemeinsam mit Dzihan Emin das Konzept für den Abend entwickelt hat. Und dieser Herzschlag zog sich durch den Abend. Klassisch angefangen mit Bachs Konzert für Klavier und Streicher in G-Moll, wurden die Klänge zunehmend moderner. Es folgte eine Eigenkomposition von Tristano, Concerto Grosso. Il canto della nonna mit Aria und Toccata. Hier zeigte Konzertmeister Bart Vandenbogaerde sein Können.
Große Faszination
Weiter ging es mit Maurice Ravels Pavane pour une infante défunte, dann kam ein Stück von Charles Ive, The Unanswered Question. Beide Stücke üben auf Tristano und Emin eine große Faszination aus, wie Tristano erklärte, und schlugen einen Bogen zu den Technoklängen: Alles Eigenkompositionen der Macher des Abends, erst Horizonte 1 (Emin), dann The King of Sophiste (Emin), Starlight (Juan Atkins und Emin) und schließlich OPA! (Tristano). Im Publikum wurde genickt, gewippt und in den hinteren Reihen sogar ein bisschen getanzt. Da hatten sich Francesco Tristano in Dzijan Emin längst in die Herzen des Publikums gespielt.

Zum Clubfeeling trug auch eine sehr schöne Lightshow bei. Je länger der Abend dauerte, desto besser gefiel es dem Publikum, das im Vergleich zu den Abokonzerten viel jünger und auch deutlich legerer war. Auch die Musikerinnen und Musiker hatten sichtlich Spaß. Für ihr großartiges Konzert gab es lauten Beifall, viele begeisterte Pfiffe, Standing Ovations und eine lange Zugabe.
Wer gedacht hat, dass die Bamberger Symphoniker keinen Techno spielen können, der hat sich gründlich getäuscht!
Text und Pics: Karoline Keßler-Wirth


