Herzen für die Kasernengebäude

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Lagarde-Campus öffnet seine Tore

Es gibt drei Arten von Aufklebern, mit roten Herzen, einem blauen X oder aber einem grünen Dreieck mit weißem Ausrufezeichen. Damit sollen die Bürgerinnen und Bürger sich das Kasernengelände erschließen, sich bewusstmachen, welche Gebäude ihrer Meinung nach erhalten bleiben sollen (rotes Herz), abgerissen werden sollen (blaues X) oder aber erhalten, aber verschönert werden sollen (grünes Dreieck mit Ausrufezeichen). Denn die Bürgerinnen und Bürger sollen in den Konversionsprozess mit einbezogen werden. Eine letzte Gelegenheit, das Gelände in seinem jetzigen Zustand, also dem „Originalzustand“ zu besichtigen, bietet dieses Wochenende. Los ging es mit dem Tag der offenen Tür. Harald Lang, Amtsleiter des Amtes für Strategische Entwicklung und Konversionsmanagement, führte interessierte Menschen über das Gelände, und einige Hundert folgten dem Aufruf. Los ging es am Eingang Weißenburgstraße.

Von dort führte Lang seine Gäste zunächst in die Posthalle. Selbstironisch, mit Blick auf den verspäteten Start der Führung, merkte Lang an, dass das typisch sei für den Konversionsprozess, man sei einfach immer spät dran. Im Juli dieses Jahres hat die Stadt Bamberg 19 Hektar des ehemaligen US-Geländes gekauft, für rund 10 Millionen Euro. Bis dieses Areal soweit umgebaut und umgewandelt ist, dass es für private Investoren interessant wird, werden nach derzeitigem Stand noch einmal 30 Millionen Euro benötigt. Geplant ist, aus dem ehemaligen Kasernengelände eine Mitte für Bamberg Ost zu machen, ein Areal, auf dem gewohnt und gearbeitet wird, das aber auch genügend Raum für Kultur bietet. Im Jahr 2021 sollen die ersten Wohn-Neubauten fertig sein, 1000 Einheiten sollen es werden.

Und auch ansonsten hat die Stadt viel vor. Aus dem ehemaligen Club wird ein Digitales Gründerzentrum, insgesamt sollen 800 bis 900 Arbeitsplätze entstehen, beispielsweise in den alten Pferdeställen. Davon gibt es einige, standen doch zu den Hochzeiten rund 2000 Kavallerie-Pferde auf dem Gelände. Davon zeugen auch die großen Exerzierplätze, und natürlich die Reithalle, das Schmuckstück des Lagarde-Campus. Erbaut um 1884 steht sie unter Denkmalschutz, die Möglichkeiten, sie zu nutzen, sind vielfältig. Denkbar wäre beispielsweise eine kombinierte Nutzung aus Kulturstätte und Gastronomie. Dass die Bürgerinnen und Bürger das Gelände schätzen, zeigte die rege Beteiligung, und die vielen Herzen, die die Menschen an die Gebäude klebten, die weiter genutzt werden sollten.

Das Gelände jetzt schon sinnvoll zu nutzen, das ist das Anliegen der Menschen von Machbar, die auf dem Gelände Kulturveranstaltungen anbieten, so legten beispielsweise die DJ-Teams Better Call Soul meets Pony & Kleid in der alten Schreinerei auf.

Weitere Informationen unter:
www.facebook.com/machbar.werkstatt/

Text: Karoline Keßler-Wirth
Pics: Karoline Keßler-Wirth

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