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Renate Nebel-Mahr muss den Lebensmittelmarkt schließen.

Der Lebensmittelmarkt in Ebrach muss schließen

Ebrach  Das umsatzschwache vergangene Jahr und die Eröffnung von drei neuen Supermärkten im Umkreis von zehn Kilometern bedeuteten das Ende. Nach 13 Jahren schließt Renate Nebel-Mahr ihren Lebensmittelmarkt gegenüber von Kloster Ebrach. Mit gut 4000 Artikeln auf 180 Quadratmetern lässt sich nicht mehr konkurrieren gegen die großen Ketten, die oft zehnmal so groß sind. Gerade die Stammkundschaft unter den 1800 Ebrachern ist traurig über das plötzliche Ende. Für viele vor allem ältere Mitbürger ist ein Laden für die Dinge des täglichen Bedarfs von großer Bedeutung, können sie oft nicht mehr einfach zehn oder mehr Kilometer mit dem eigenen Wagen zum nächsten Discounter fahren. Für das Überleben solch kleiner „Tante-Emma“-Läden aber ist die Kundschaft vor Ort überlebenswichtig. „Die Gemeinde“, so die langjährige Inhaberin, „muss natürlich auch zusammenhalten, sonst funktioniert das nicht. Wenn die Bevölkerung nicht bei uns einkauft, ist der Laden nicht rentabel. Dann muss man die Notbremse ziehen.“  Klar, manch  ein Produkt ist vielleicht fünf Cent teurer als im Discounter. Aber hier können die Betreiber der kleinen Läden oft nicht viel dafür, denn die großen Ketten beliefern die kleinen Läden nicht mehr. Zu unrentabel. Auch das Ehepaar Nebel-Mahr hat sich lange um eine Lösung mit Lebensmittelketten bemüht. Vergeblich. „Letztlich“, so Günter Mahr, „waren es jetzt die Energiekosten bei sinkenden Umsätzen, die uns jetzt zum Aufgeben bewogen haben. Wir hätten in einer Weise investieren müssen, die nicht mehr drin war.“

Letzte Hoffnung für die Ebracher ist jetzt eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Gemeinde und der Lebensmittelhandelsgesellschaft in Eibelstadt. Angedacht ist ein sogenannter „Dorfladen“. Hier engagieren sich entweder Ehrenamtliche oder sogar Kleininvestoren, die mit eigenen Einlagen auch am Gewinn des Dorfladen beteiligt werden. Dies alles sind bisher aber nur Ideen, konkret ist noch nicht. Außer dass im Ebracher Einzugsgebiet auch in diesem Jahr wieder drei neue Supermärkte aufmachen werden.

 

 

Text: Anna Sylvia Stelzenmüller
Pics: Anna Sylvia Stelzenmüller
Video: Anna Sylvia Stelzenmüller

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