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Ein Interview mit Patricia Alberth, Leiterin Zentrum Welterbe Bamberg

 

Welche Bedeutung hat der Status als UNESCO-Welterbe für die Stadt Bamberg?

Der Welterbestatus ist ein Ritterschlag für die Stadt, der gleichzeitig mit der Verantwortung einhergeht, die Altstadt zu schützen und zu erhalten. Bamberg nimmt in vielerlei Hinsicht eine Vorbildfunktion ein. Dies hat bereits vor der Einschreibung als Welterbe mit dem „Bamberger Modell“ in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begonnen. Mit dem „Bamberger Modell“ unterstützte die Stadt Hausbesitzer mit Geldern und mit Fachwissen bei der Erhaltung ihrer Denkmäler. Seit 2003 stimmt das Zentrum Welterbe Bamberg die Umsetzung der UNESCO-Welterbekonvention vor Ort ab und ist Ansprechpartner für alle Belange rund um das Welterbe.

Welche Kriterien gaben 1993 den Ausschlag für die Anerkennung?

Bamberg wurde als einzigartiges und hervorragend erhaltenes Beispiel für eine auf hoch-mittelalterlicher Grundstruktur entwickelte mitteleuropäische Stadt samt der gut erhaltenen Gebäude aus dem Mittelalter und dem Barock in die UNESCO-Welterbeliste eingeschrieben.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an dieser Stadt?

Der Facettenreichtum mit den drei Stadtteilen Berg-, Insel und Gärtnerstadt samt der historischen Anbauflächen zeichnet Bamberg aus. In der Stadt lässt sich an so vielen Details ablesen, wie Menschen früher gelebt und gearbeitet haben.

Was bedeutet es für Sie, in einer Stadt mit so viel Geschichte zu leben?

Die Geschichtsträchtigkeit eines Ortes hat für mich ganz viel mit Lebensqualität zu tun. Gleichzeitig stellt sie eine Vermittlungsaufgabe dar.

Welche Auswirkungen hat der Status auf die Stadtentwicklung?

Die Welterbekonvention basiert auf einem freiwilligen teilweisen Souveränitätsverzicht. Dementsprechend müssen wir große Bauvorhaben in der Stadt mit der UNESCO abstimmen. Dies war in letzter Zeit ziemlich oft der Fall, da in Bamberg momentan an vielen Stellen gebaut wird. Die aktuellen Entwicklungen bedrohen den Welterbestatus zum Glück nicht.

Was bedeutet das Welterbe den Bürgerinnen und Bürgern?

Die Erhaltung des Welterbes ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die auf viele Fürsprecherinnen und Fürsprecher angewiesen ist. In Bamberg setzen sich viele Vereine und Einzelpersonen für ihre Stadt ein. Besonders stark merken wir das jetzt im Welterbe-Jubiläumsjahr. Mehr als 50 Einrichtungen beteiligen sich an dem Programm.

Wie kann man das Welterbe den Menschen in der Stadt nahebringen?

Das Zentrum Welterbe Bamberg hat jüngst eine Übersicht über die aktuellen Vermittlungsangebote zum Welterbe veröffentlicht (s. https://welterbe.bamberg.de/de/lernort). Im Frühjahr 2019 wird zudem das neue Welterbe-Besucherzentrum auf dem Areal der Unteren Mühlen eröffnen, das als Lesehilfen für die Altstadt dienen soll und das Welterbe in den internationalen UNESCO-Kontext einbettet.

 

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